Treffen in Berlin

Treffen in Berlin

Die Chemie stimmt, die Spannung steigt. Vorbereitungstreffen in Berlin für den vierwöchigen Stipendienaufenthalt von Marion Poschmann, Hendrik Jackson und Jörg Albrecht in Kaliningrad-Königsberg. Am 23. April 2013 geht es ab in die Ostseemetropole. Die drei haben sich vorgenommen, ihre Annäherung an die Heimatstadt Hamanns und Kants auf diesem Blog zu dokumentieren. Texte, Fotos, Videos, Sounds — alles ist möglich beim literarischen Projekt “Fremde | Spuren | Lesen” der Magus Tage Münster 2013 (www.magus-tage.de). Und wer will, ist herzlich eingeladen, die Einträge der Schriftsteller zu kommentieren.
Susanne Schulte

FREMDE|SPUREN|LESEN
Das literarische Projekt der Magus Tage Münster 2013

Die Magus Tage Münster haben vom 24. April bis 20. Mai 2013 ein Vorspiel in der Ferne, in Königsberg, der Heimatstadt von Johann Georg Hamann. In Kooperation mit dem Netzwerkprojekt literaturland westfalen sind die Schriftsteller Jörg Albrecht, Hendrik Jackson und Marion Poschmann in Kaliningrad-Königsberg zwei „Mythen“ und den Wirklichkeiten ‘dahinter’ auf der Spur: zum einen dem „Magus in Norden“, zum andern der dramatischen Geschichte und Gegenwart dieser Stadt, deren Bevölkerung eine eigene Identität heute zu vermissen scheint. Deshalb nennt Joseph Brodskij sie in einem Gedicht nur „K.“
Strahlende Neubauten sowie Spuren der deutschen Vergangenheit und des Zweiten Weltkriegs, zudem die Architektur der Sowjetzeit zeichnen das Bild der boomenden Metropole an der Ostsee. Eine russische Exklave in der EU, besinnt sich die Stadt bei der Reflexion über sich selbst nicht nur auf ihr sowjetisches „Kaliningrad“- und ihr kulturelles russisches Erbe, sondern auch auf ihre deutsche Vergangenheit, auf „Königsberg“ oder „Kenig“. Und damit unter anderm auf die Kontroverse ihrer beiden großen Bürger, die Antipoden und lebenslangen Freunde Hamann und Kant, den Begründer der Aufklärung und einen ihrer ersten und schärfsten Kritiker, der aus christlich-konservativer Haltung Argumente der Aufklärungskritik des 20. Jahrhunderts und einen Schreibstil der Postmoderne vorwegnahm – in Texten, die expressiv und rhetorisch, die performativ sind und als Literatur, nicht primär als Philosophie rezipiert werden wollen.
Die Schriftsteller Jörg Albrecht, Hendrik Jackson und Marion Poschmann reflektieren ihren Aufenthalt in Kaliningrad – Königsberg ab dem 24. April 2013 in einem multimedialen Online-Tagebuch und stellen einen literarischen „K.-Text“ bei den Magus Tagen im interdisziplinären Gespräch übers Verstehen mit Wissenschaftlern unterschiedlichster Provenienz im Oktober 2013 in Münster vor.
Susanne Schulte, GWK